Bioökonomie - Multi-actor approach

In der Gesellschaftlichen Herausforderung 2 (Bioökonomie) findet verstärkt der sogenannte Multi-actor approach (MAA) Anwendung. Dabei sollen alle für ein Projekt relevanten gesellschaftlichen Akteure zusammen geführt werden, um gemeinsam Fragestellungen, Ansätze und Lösungen zu entwickeln. Dies soll die Akzeptabilität von entwickelten Lösungen erhöhen, deren Verbreitung steigern, zu einer gemeinsamen Kultur des Austauschs führen und Raum für innovative Lösungen eröffnen.

Der Multi-actor approach erfordert, dass bereits bei der Formulierung der Forschungsfragen alle relevanten Sichtweisen berücksichtigt werden sollen. Das sind neben den Forschenden, die das Projekt wissenschaftlich umsetzen, die Praktiker, die vor einer bestimmten Herausforderung stehen (z.B. Landwirte, landwirtschaftliche Berater, Tierärzte, Naturschützer), sogenannte Knowledge broker (Vermittler zwischen Theorie und Praxis), bis hin zu anderen Akteuren auf regionaler, nationaler oder internationaler Ebene (z.B. Regulierungs- und Aufsichtsbehörden, Interessenvertretungen, Verbraucher, Anwohner). Die Vereinigung der verschiedenen Sichtweisen bereits in der Phase der Projektkonzeption macht die Prozesse der Wissensgenerierung und ihre Ergebnisse belastbarer – sofern die Akteure auf Augenhöhe miteinander zusammen arbeiten und eine Kultur des konstruktiven Austauschs pflegen. Jedem Akteur kommt im Laufe des Projektes eine klare Rolle zu.

Daneben spielen neben den klassischen wissenschaftlichen und technischen Disziplinen und ihrem Fachwissen auch Erfahrungswissen und andere Formen des Wissens eine große Rolle. Nur durch die Mobilisierung allen relevanten Wissens können innovative Lösungen gefunden werden, die später auch mit Erfolg in der Praxis Anwendung finden.

Weitere Informationen zum Multi-actor approach in der Bioökonomie finden Sie in unserem Infoblatt zum MAA und in der EIP-AGRI Broschüre zu Horizont 2020 Multi-Akteur-Projekten.