EU-Kommission veröffentlicht Strategie für COVID-19-Therapeutika

Die EU-Kommission hat am 06. Mai 2021 eine EU-Strategie zur Entwicklung und Verfügbarkeit von COVID-19-Therapeutika vorgeschlagen. Die Strategie umfasst den gesamten Lebenszyklus von Arzneimitteln: von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zur Beschaffung und Bereitstellung.

Die Strategie umfasst klare Maßnahmen und Ziele. Die EU will beispielsweise:

  • 90 Millionen Euro in Populationsstudien und klinische Prüfungen investieren, um Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren und Gesundheitsergebnissen zu erkennen,
  • bis Juli 2021 einen „Innovationsmotor für Therapeutika“ einrichten, um die vielversprechendsten Therapeutika von der präklinischen Forschung bis zur Zulassung zu fördern,
  • insgesamt sieben Millionen Euro aus dem Programm EU4Health investieren, um bessere Sicherheitsdaten von hoher Qualität in klinischen Prüfungen zu generieren sowie um die Genehmigung klinischer Prüfungen zu erleichtern,
  • fünf Millionen Euro in eine Bestandsaufnahme von Therapeutika und Diagnostika investieren,
  • ein Portfolio von zehn potenziellen COVID-19-Therapeutika zusammenstellen und bis Juni 2021 die fünf vielversprechendsten darunter ermitteln,
  • eine vorbereitende Maßnahme mit 40 Millionen Euro finanzieren, zwecks Förderung einer flexiblen Produktion und des Zugangs zu COVID-19-Therapeutika,
  • bis Oktober mindestens drei neue Therapeutika und möglicherweise zwei weitere bis Ende des Jahres zulassen sowie flexible Regulierungskonzepte entwickeln,
  • bis Ende 2021 sieben fortlaufende Überprüfungen vielversprechender Therapeutika einleiten – vorbehaltlich der Ergebnisse von Forschung und Entwicklung,
  • einen schnelleren Zugang zu Arzneimitteln mit kürzeren administrativen Fristen sichern.

Die EU-Kommission will darüber hinaus Vermittlungsbörsen für an Therapeutika arbeitende Akteure der Industrie organisieren, um so ausreichende Produktionskapazitäten und eine zügige Herstellung zu gewährleisten.

Der Innovationsmotor für Therapeutika, die Vermittlungsbörsen und die vorbereitende Maßnahme zur Förderung der flexiblen Produktion und des Zugangs zu COVID-19-Therapeutika werden in der EU-Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA) aufgehen, für die im weiteren Jahresverlauf ein Vorschlag vorgelegt werden soll.

Das Pilotprojekt für den Zugang zu Gesundheitsdaten wird in den Vorschlag für einen Europäischen Gesundheitsdatenraum einfließen, der ebenfalls noch in diesem Jahr vorgelegt werden soll.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung, dem Informationsblatt sowie der Mitteilung zur Strategie für Therapeutika der EU-Kommission.