Aufbau von Horizont Europa

Die Grafik zeigt die voraussichtliche Struktur des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation Horizont Europa (Quelle: "Partial General Approach" zum Spezifischen Programm). Das Programm besteht aus den drei Pfeilern "Wissenschaftsexzellenz", "Globale Herausforderungen und europäische industrielle Wettbewerbsfähigkeit" und "Innovatives Europa".  Der Pfeiler "Wissenschaftsexzellenz" besteht aus folgenden Unterprogrammen: Der Europäische Forschungsrat (ERC), Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) und Forschungsinfrastrukturen. Der Pfeiler "Globale Herausforderungen und europäische industrielle Wettbewerbsfähigkeit" beinhaltet die folgenden Cluster: „1. Gesundheit“, „2. Kultur, Kreativität und Inklusive Gesellschaften“, „3. Zivile Sicherheit für die Gesellschaft“, „4. Digitalisierung, Industrie und Weltraum“, „5. Klima, Energie und Mobilität“, „6. Lebensmittel, Bioökonomie, natürliche Ressourcen, Landwirtschaft und Umwelt“. Der Pfeiler "Innovatives Europa" beinhaltet: Der Europäische Innovationsrat (EIC), Europäische Innovationsökosysteme und das Europäische- Innovations- und Technologieinstitut (EIT). Ein weiter Programmteil ist „Erweiterung der Beteiligung und Stärkung des Europäischen Forschungsraums“. Dieser besteht aus den Programmteilen “Ausweitung der Beteiligung und Teilen von Exzellenz“ und  „Reformierung und Stärkung des EU-Forschungs- und Innovationssystems".

Quelle: Gemäß „Partial Agreement“ von Europäischem Rat und Parlament im April 2019

Die Struktur von Horizont Europa gliedert sich in drei Hauptpfeiler:

  • Wissenschaftsexzellenz
    Ziel ist die Stärkung und Erweiterung der Exzellenz der wissenschaftlichen Basis der Union. Diese Säule besteht aus den Programmteilen:
    • Europäischer Forschungsrat (ERC)
    • Marie-Sklodowska-Curie Maßnahmen
    • Forschungsinfrastrukturen
  • Globale Herausforderungen und europäische industrielle Wettbewerbsfähigkeit.
    Ziele dieses Programmteils sind die Unterstützung und Verbreitung von hochqualifiziertem Wissen, Technologien und nachhaltigen Lösungen, sowie die Stärkung der europäischen industriellen Wettbewerbsfähigkeit. Aber auch die Unterstützung und Umsetzung der EU Politik und Nachhaltigkeitsziele.
    • Dieser Programmteil gliedert sich in sechs Cluster. Zwei dieser Cluster beinhalten primär lebenswissenschaftliche Themen: das Cluster „Gesundheit“ sowie das Cluster „Ernährung, Bioökonomie, natürlich Ressourcen, Landwirtschaft und Umwelt“.
    • Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC)
  • Innovatives Europa zur Förderung marktschaffender Durchbrüche und innovationsfreundlicher Ökosysteme. Diese Säule besteht aus den Programmteilen:
    • Europäischer Innovationsrat (EIC)
    • Europäische Innovationsökosysteme
    • Europäisches Innovations- und Technologieinstitut  (EIT)
  • Ein weiterer Programmteil ist „Erweiterung der Beteiligung und Stärkung des Europäischen Forschungsraums“, mit den Unterprogrammen „Ausweitung der Beteiligung und Teilen von Exzellenz“ und „Reformierung und Stärkung des EU-Forschungs- und Innovationssystems“

Förderung für die Lebenswissenschaften in Horizont Europa im Vergleich zu Horizont 2020

Die Grafik zeigt einen Vergleich der Programmstruktur der zweiten und dritten Säule von Horizont 2020 (Führende Rolle der Industrie; Gesellschaftliche Herausforderungen mit dem zweiten Pfeilers von Horizont Europa (Globale Herausforderungen und europäische industrielle Wettbewerbsfähigkeit). 13 Themen in Horizont 2020 werden zu 6 Clustern in Horizont Europa. Aus der zweiten Säule von Horizont 2020 (Führende Rolle der Industrie) werden die Themen IKT, Nanotechnologie, Materialien, Biotechnologie, Produktion und Weltraum in Horizont Europa zu dem Cluster 4, Digitalisierung und Industrie und Weltraum“ zusammengefasst. Aus der dritten Säule von Horizont 2020 (Gesellschaftliche Herausforderungen) wird die Gesellschaftliche Herausforderung 1 „Gesundheit, Demografischer Wandel und Wohlergehen“ in Horizont Europa zum Cluster 1 „Gesundheit“. Die Gesellschaftlichen Herausforderungen 2 „Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, marine, maritime und limnologische Forschung und Biowirtschaft“ (Bioökonomie) und das Thema „„Umwelt“ aus der Gesellschaftlichen Herausforderung 5 wird zum Cluster 6 „Lebensmittel, Bioökonomie, natürliche Ressourcen, Landwirtschaft und Umwelt“. Die Themen „Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Rohstoffe“ aus der Gesellschaftlichen Herausforderung 5, sowie die Gesellschaftliche Herausforderung 3 „Energie“ und Gesellschaftliche Herausforderung 4 „Verkehr“ werden zum Cluster 5 „Klima, Energie und Mobilität“. Die Gesellschaftliche Herausforderung 6 „Interaktive, innovative und reflektierende Gesellschaften“ wird zu Cluster 2 „Kultur, Kreativität und Inklusive Gesellschaften“. Die Gesellschaftliche Herausforderung 7 „Sichere Gesellschaften“ wird zu Cluster 3, Zivile Sicherheit für die Gesellschaft“.

Quelle: Gemäß „Partial Agreement“ von Europäischem Rat und Parlament im April 2019

Eine strukturelle Veränderung zwischen Horizont 2020 und Horizont Europa ist, dass die themenspezifischen Programmteile "Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien" (LEIT) und "Gesellschaftliche Herausforderungen" im Programmteil "Globale Herausforderungen und europäische industrielle Wettbewerbsfähigkeit" zusammengefasst wurden. Zudem wurde der thematische Zuschnitt geändert. So werden die bisherigen 13 Themenfelder in Horizont Europa zu 6 "Clustern". Weitere Änderung ist, dass es keinen eigenen Programmteil "Neue und künftige Technologien" (engl. Future and Emerging Technologies (FET)) mehr geben wird. Stattdessen wurden bereits jetzt der Programmteil FET Open und einige Teile von FET Proactive in den Europäischen Innovationsrat (engl. European Innovation Council, EIC) Accelerator integriert. Fördermöglichkeiten für lebenswissenschaftliche Projekte finden sich zudem in den themenoffenen Programmteilen.