Statistik Bioökonomie

Fünf Bäume deren Baumkronen einen Pfeil nach oben formen (Dekobild)

Auf diese Seite finden Sie die wichtigsten Eckdaten zu den Ergebnissen der Horizont 2020 Aufrufe, der Gesellschaftlichen Herausforderung 2 'Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, marine, maritime und limnologische Forschung und Biowirtschaft' (SC2), sowie ‚LEIT_Biotechnologie‘ und ‚Bio-based Industries Joint Undertaking‘ (BBI JU).

Inhalt:

  1. Zusammenfassung der Ergebnisse
  2. Erfolgsquoten
  3. EU-Fördermittel nach Land und Programmteil
  4. Anzahl Teilnahmen nach Land und Programmteil
  5. Anzahl Teilnahmen nach Rolle im Projekt
  6. Durchschnittlicher EU-Beitrag pro Koordinator/Partner
  7. Verteilung der EU-Fördermittel nach Einrichtungstyp
  8. Verteilung der EU-Fördermittel nach Förderform
  9. Budgetentwicklung
  10. Einreichungen gültiger Anträge
  11. Konsortialgrößen in Projekten

1. Zusammenfassung der Ergebnisse

Seit Beginn von Horizont 2020 im Jahr 2014 sind 2.337 Mio. € in den Bereich ‚Bioökonomie‘ geflossen. Diese stammen aus den Programmteilen ‚Gesellschaftliche Herausforderung 2‘ (SC2), ‚Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien – Biotechnologie‘ (LEIT-BIOTEC) und dem ‚Bio-Based Industries Joint Undertaking‘ (BBI JU). Davon sind 12 % an deutsche Einrichtungen gegangen. Damit liegt Deutschland auf Platz 1 in der Mitteleinwerbung im Bereich Bioökonomie. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass diese Vorrangstellung Deutschlands nicht länger unangefochten ist:  Betrachtet man das Jahr 2018 separat, ist Spanien auf Platz 1.

Tabelle: Zusammenfassung der Ergebnisse für den Bereich ‚Bioökonomie‘ (2014 – 2018). Fördervolumen: SC2 1.521 Mio. Euro, LEIT-BIOTEC 215 Mio. Euro, BBI JU 602 Mio. Euro, Gesamt 2.337 Mio. Euro. 275 mio. Euro an DE-Teilnehmer: Anteilig: 12 % (2018: 10%), Rang: Platz 1 (2018_ Platz 2). 424 Projekte (3.451 eingereichte gültige Anträge): 69 % mit DE-Beteiligung, 9 % mit DE-Koordination.

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2. Erfolgsquoten

Aus der Tabelle lässt sich erkennen, dass die Erfolgsquoten im Bereich Bioökonomie über die Jahre variabel sind und sich auch zwischen den Programmteilen ‚Gesellschaftliche Herausforderung 2‘ (SC2), ‚Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien – Biotechnologie‘ (LEIT-BIOTEC) und dem ‚Bio-Based Industries Joint Undertaking‘ (BBI JU) unterscheiden.

Tabelle Erfolgsquoten im Bereich 'Bioökonomie' (2014-2018/19)

*1: Erfolgsquoten im 1-stufigen Verfahren = Das Verhältnis zwischen der Anzahl gültiger  Vollanträge und der Anzahl Bewilligungen

*2: Erfolgsquoten im 2-stufigen Verfahren = Das Verhältnis zwischen der Anzahl gültiger Projektskizzen in der 1. Stufe und der Anzahl Bewilligungen in der 2. Stufe

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3. EU-Fördermittel nach Land und Programmteil

Seit 2014 haben Einrichtungen aus Deutschland insgesamt 275 Mio. € aus den drei relevanten Programmteilen in Horizont 2020 – ‚Gesellschaftliche Herausforderung 2‘ (SC2), ‚Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien – Biotechnologie‘ (LEIT-BIOTEC) und dem ‚Bio-Based Industries Joint Undertaking‘ (BBI JU) – eingeworben. Damit steht Deutschland gemessen an den eingeworbenen EU-Fördermitteln auf Platz 1 im Bereich ‚Bioökonomie‘. Spanien steht auf Platz 2 mit 256 Mio. € und Italien auf Platz 3 mit 233 Mio. €. Im Laufe des Brexit-Prozesses hat sich die Position des Vereinigten Königreichs verschlechtert.

In Vergleich zu anderen Ländern ist Deutschland bei BBI JU und LEIT-BIOTEC besonders erfolgreich gewesen. Die eingeworbenen Mittel aus der Gesellschaftlichen Herausforderung 2 liegen hingegen hinter denen anderer Länder: hier stehen das Vereinigte Königreich und Spanien weit vorne.

Insgesamt warben Einrichtungen aus den sechs erfolgreichsten Ländern 1.429 Mio. € Fördermittel bzw. 61 % des Budgets ein.

Bei dieser Auswertung wurden lediglich ,Research and Innovation Actions‘ (RIA), ,Innovation Actions‘ (IA) und ,Coordination and Support Actions‘ (CSA) betrachtet. Sonstige Instrumente wie ERA-Net-Cofunds und European Joint Programme Cofunds wurden nicht berücksichtigt (etwa 11 % des ‚Bioökonomie‘-Budgets entfallen auf sonstige Instrumente).

Das Balkendiagramm mit dem Titel EU-Fördermittel im Bereich ‚Bioökonomie‘ nach Land und Programmteil stellt dar, welche Länder wieviel EU-Fördermittel im Bereich Bioökonomie erhalten haben. Aufgeführt mit je einem Balken sind die sechs EU-Länder, die im Zeitraum von 2014 bis 2018 am meisten Fördermittel erhalten haben. Diese sind, in absteigender Rheinfolge: Deutschland (275 Mio. € ), Spanien (256 Mio. €), Italien (233 Mio. €), Frankreich (231 Mio. €), das Vereinigte Königreich (219 Mio. €) und die Niederlande (215 Mio. €). Die Fördermittel setzen sich aus Förderung in den Bereichen Gesellschaftliche Herausforderung 2 (SC2), ‚Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien – Biotechnologie‘ (LEIT-BIOTEC) und dem ‚Bio-Based Industries Joint Undertaking‘ (BBI JU) zusammen, wobei hier die SC2 den Großteil und LEIT-BIOTEC den geringsten Teil der Fördersumme ausmachen.

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4. Anzahl Teilnahmen nach Land und Programmteil

Die sechs erfolgreichsten Länder im Bereich ‚Bioökonomie‘, gemessen an eingeworbenen EU-Fördermitteln, sind ebenfalls die Länder mit den meisten Teilnahmen, allerdings in unterschiedlicher Reihenfolge. Als Teilnahme gilt die Beteiligung an einem Verbundprojekt in den Horizont 2020 Programmteilen ‚Gesellschaftliche Herausforderung 2‘ (SC2), ‚Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien – Biotechnologie‘ (LEIT-BIOTEC) und dem ‚Bio-Based Industries Joint Undertaking‘ (BBI JU), entweder als Koordinator oder Partner. Ein Land kann in einem Projekt mit mehreren Teilnahmen vertreten sein.

Das teilnahmestärkste Land im Bereich ‚Bioökonomie‘ ist Spanien mit insgesamt 802 Teilnahmen, gefolgt von Italien mit 720 und Deutschland mit 655 Teilnahmen. Auch beim BBI JU liegt Deutschland hinter Spanien und Italien, obwohl Deutschland erheblich mehr Fördermittel aus diesem Programm einwirbt. Die 655 deutschen Teilnahmen teilen sich auf 327 Einrichtungen auf.

Ebenfalls ersichtlich ist, dass die sechs erfolgreichsten Länder in Summe 53 % aller Teilnahmen darstellen.

Bei dieser Auswertung wurden lediglich ,Research and Innovation Actions‘ (RIA), ,Innovation Actions‘ (IA) und ,Coordination and Support Actions‘ (CSA) betrachtet. Sonstige Instrumente wie ERA-Net-Cofunds und European Joint Programme Cofunds wurden nicht berücksichtigt.

Das Balkendiagramm mit dem Titel Anzahl Teilnahmen im Bereich ,Bioökonomie‘ nach Programmteil stellt dar, welche EU-Länder wieviel Teilnahmen im Bereich Bioökonomie erreicht haben.  Aufgeführt mit je einem Balken sind die sechs EU-Länder, die im Zeitraum von 2014 bis 2018 am meisten Teilnahmen erreicht haben. Diese sind, in absteigender Reihenfolge: Spanien (802 Teilnahmen, Teilnahmequote 11 %), Italien (720 Teilnahmen, Teilnahmequote 10 %), Deutschland (655 Teilnahmen, Teilnahmequote 9 %), das Vereinigte Königreich (615 Teilnahmen, Teilnahmequote 8 %), Frankreich (607 Teilnahmen, Teilnahmequote 8 %) und die Niederlande (504 Teilnahmen, Teilnahmequote 7 %). Die Teilnahmen setzen sich aus Teilnahmen in der Bereichen der ‚Gesellschaftliche Herausforderung 2‘ (SC2), ,Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien – Biotechnologie‘ (LEIT-BIOTEC) und dem ‚Bio-Based Industries Joint Undertaking‘ (BBI JU) zusammen, wobei hier die SC2 den Großteil und LEIT-BIOTEC den geringsten Teil der Teilnahmen ausmachen.

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5. Anzahl Teilnahmen nach Rolle im Projekt

Spanien ist nicht nur das teilnahmestärkste Land im Bereich ‚Bioökonomie‘ sondern stellt mit 65 spanisch-koordinierten Projekten auch die meisten Koordinatoren. Frankreich, die Niederlande und das Vereinigte Königreich folgen mit 49, 46 und 45 Koordinationen. Italien und Deutschland liegen mit 39 bzw. 37 Koordinationen etwas zurück. Diese 281 Projekte entsprechen 66 % der Projekte im Bereich ,Bioökonomie‘ in Horizont 2020.

Bei der Auswertung werden lediglich ,Research and Innovation Actions‘ (RIA), ,Innovation Actions‘ (IA) und ,Coordination and Support Actions‘ (CSA) betrachtet. Sonstige Instrumente wie ERA-Net-Cofunds und European Joint Programme Cofunds werden nicht berücksichtigt.

Das Balkendiagramm mit dem Titel Anzahl Teilnahmen im Bereich ‚Bioökonomie‘ nach Rolle im Projekt stellt dar, welche Länder der EU mit wie vielen Teilnahmen an Verbundprojekten jeweils als Koordinator und als Partner beteiligt sind. Als Teilnahme gilt die Beteiligung an einem Verbundprojekt in den Horizont 2020 Programmteilen ,Gesellschaftliche Herausforderung 2‘ (SC2), ‚Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien – Biotechnologie‘ (LEIT-BIOTEC) und dem ‚Bio-Based Industries Joint Undertaking‘ (BBI JU). Aufgeführt mit je einem Balken sind die sechs EU-Länder, die im Zeitraum von 2014 bis 2018 mit den meisten Teilnahmen beteiligt waren. Diese sind, in absteigender Reihenfolge: Spanien (737 Teilnahmen als Partner, 65 als Koordinator), Italien (681 Teilnahmen als Partner, 39 als Koordinator), Deutschland (618 Teilnahmen als Partner, 37 als Koordinator), das Vereinigte Königreich (569 Teilnahmen als Partner, 45 als Koordinator), Frankreich (558 Teilnahmen als Partner, 49 als Koordinator) und die Niederlande (458 Teilnahmen als Partner, 46 als Koordinator). Die Teilnahmen setzen sich aus Teilnahmen in den Bereichen der SC2, LEIT-BIOTEC und dem BBI JU zusammen.

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6. Durchschnittlicher EU-Beitrag pro Koordinator/Partner

Die Abbildung stellt dar, wie in Konsortien im Bereich ‚Bioökonomie‘ das Budget zwischen Koordinator und Partner aufgeteilt wird. Hier wird ersichtlich, dass der Koordinator im Durchschnitt das Vier- bis Fünffache eines Partners aus dem gleichen Land erhält. Dieser höhere Anteil reflektiert den erhöhten administrativen Aufwand und die Übernahme eines größeren Teils der inhaltlichen Arbeit durch den Koordinator.

Einige Koordinatoren laufender Projekte erhalten einen deutlich höheren Budgetanteil als der Durchschnitt. Wichtig ist in jedem Fall, dass Budget und Aufwand im Projekt im Verhältnis zueinander stehen und die geplante Budgetverteilung für die Erreichung der Projektziele  förderlich ist.

Das Balkendiagramm mit dem Titel Durchschnittlicher EU-Beitrag pro Koordinator/Partner im Bereich ,Bioökonomie‘ stellt dar, welchen Anteil des Projektbudgets im Durchschnitt die Koordinatoren bzw. die einzelnen Partner im Verbund erhalten haben. Der Vergleich wird für die Teilnehmer aus den sechs erfolgreichsten Ländern dargestellt. Aufgeführt mit je zwei Balken sind die Länder: Deutschland, die Niederlande, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Italien und Spanien. Diese haben durchschnittlich folgendes prozentuales Budget erhalten: Deutschland (24 % als Koordinator, 6 % als Partner), die Niederlande (23 % als Koordinator, 6 % als Partner), Frankreich (23 % als Koordinator, 4 % als Partner), das Vereinigte Königreich (19 % als Koordinator, 5 % als Partner), Italien (17 % als Koordinator, 5 % als Partner) und Spanien (17 % als Koordinator, 5 % als Partner). Die Erhalt an EU-Fördermitteln setzt sich aus Teilnahmen in den Bereichen ‚Gesellschaftliche Herausforderung 2‘ (SC2), ,Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien – Biotechnologie‘ (LEIT-BIOTEC) und dem ‚Bio-Based Industries Joint Undertaking‘ (BBI JU) über die Jahre 2014 bis 2018 zusammen.

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7. Verteilung der EU-Fördermittel nach Einrichtungstyp

Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen erhalten 28 %, 31 % bzw. 33 % des Budgets. Der Budgetanteil sonstiger Einrichtungen (z. B. Nicht-Regierungs-Organisationen) und öffentlicher Einrichtungen liegt bei 5 % bzw. 2 %. Im Vergleich zum 7. Forschungsrahmenprogramm ist der Anteil des Budgets, welches an Universitäten und Hochschulen geht, zurückgegangen (-5 %).

Die Verteilung für Deutschland folgt einem ähnlichen Trend wie für Horizont 2020 insgesamt. Unternehmen haben hier mit 40 % den größten Anteil des Gesamtbudgets eingeworben, im Vergleich zu 32 % für Forschungseinrichtungen und lediglich 25 % für Hochschulen. Hier macht sich die erfolgreiche Beteiligung deutscher Unternehmen an  dem ‚Bio-Based Industries Joint Undertaking‘ (BBI JU) bemerkbar: Die Mitberücksichtigung von BBI JU bei der Gesamtdarstellung führt dazu, dass Unternehmen stärker repräsentiert sind, als bei einer Darstellung getrennt nach Programmteilen. Betrachtet man die ‚Gesellschaftliche Herausforderung 2‘ (SC2) gesondert, beträgt der Fördermittelanteil an Unternehmen nur 25 % statt 40 % in Deutschland (Grafik nicht gezeigt).

Bei der Auswertung werden lediglich ,Research and Innovation Actions‘ (RIA), ,Innovation Actions‘ (IA) und ,Coordination and Support Actions‘ (CSA) betrachtet. Sonstige Instrumente wie ERA-Net-Cofunds und European Joint Programme Cofunds werden nicht berücksichtigt (etwa 11 % des ‚Bioökonomie‘-Budgets entfallen auf sonstige Instrumente).

Zwei Kuchendiagramme mit dem Titel Verteilung der EU-Fördermittel im Bereich ,Bioökonomie‘ nach Einrichtungstyp stellen dar, welchen Anteil der EU-Fördermittel im Bereich ,Bioökonomie‘ die unterschiedlichen Formen von Institutionen erhalten. Diese Institutionen sind Universitäten und Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen inklusive KMU, öffentliche Einrichtungen und sonstige Einrichtungen. Das erste Kuchendiagramm stellt die Verteilung der EU-Fördermittel nach Einrichtungstyp in allen beteiligten Ländern dar, das zweite Kuchendiagramm stellt die Verteilung in Deutschland dar.  Sowohl in Deutschland als auch in der Gesamtdarstellung erhalten Unternehmen den größten Anteil an Fördermitteln (Gesamt: 33 %, Deutschland: 40 % der Fördermittel). Dem folgen Forschungseinrichtungen (Gesamt: 31 %, Deutschland: 32 % der Fördermittel), Universitäten und Hochschulen (Gesamt: 28 %, Deutschland: 25 % der Fördermittel) und sonstige Einrichtungen (Gesamt: 5 %, Deutschland: 3 % der Fördermittel). Am wenigsten Fördermittel erhalten öffentliche Einrichtungen (Gesamt: 2 %, Deutschland: 1 % der Fördermittel).

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8. Verteilung der EU-Fördermittel nach Förderform

Bei der Darstellungen der Förderformen im Bereich ‚Bioökonomie‘ wird das Budget des ‚Bio-Based Industries Joint Undertakings‘ (BBI JU) getrennt von der ‚Gesellschaftlichen Herausforderung 2‘ (SC2) und der ‚Führenden Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien – Biotechnologie‘ (LEIT-BIOTEC) dargestellt, da bei BBI JU eine weitere Unterteilung der ,Innovation Actions‘ (IA) nach Demonstrations- und Flagship-Actions stattfindet. Insgesamt 70 % des Budgets der SC2 und von LEIT-BIOTEC wird für ,Research and Innovation Actions‘ (RIA) genutzt. Die restlichen 30 % Budget werden für ,Innovation Actions‘ und ,Coordination and Support Actions‘ (CSA) verwendet. Der Anteil von 10 % des Budgets für ,Coordination and Support Actions‘ ist im Vergleich zur Förderformverteilung anderer Programmteile hoch.

In BBI JU findet sich nur ein geringer Anteil an ,Coordination and Support Actions‘. Seit Einführung des Programms im Jahr 2015 wird das Budget relativ gleichmäßig zwischen ,Research and Innovation Actions‘ und Demonstrations- und Flagship-Maßnahmen aufgeteilt. Obwohl sie 32 % des Budgets erhalten, sind es in der Zahl nur neun Flagship-Projekte (durchschnittliche Fördermittel an eine BBI JU Demonstrations-Maßnahme: 7,6 Mio. €, durchschnittliche Fördermittel an eine BBI JU Flagship-Maßnahme: 21,7 Mio. €, durchschnittliche Fördermittel an eine BBI JU Research and Innovation Action 3,4 Mio. €).

Die Ergebnisdarstellung nach den Förderformen ist auf die wesentlichsten Instrumente reduziert: RIAs, IAs und CSAs. Sonstige Instrumente wie ERA-Net-Cofunds und European Joint Programme Cofunds werden nicht berücksichtigt (etwa 11 % des ‚Bioökonomie‘-Budgets entfallen auf sonstige Instrumente).

Zwei Kuchendiagramme mit dem Titel Verteilung der EU-Fördermittel im Bereich ,Bioökonomie‘ nach Förderform stellen dar, welcher Anteil der EU-Fördermittel im Bereich ,Bioökonomie‘ auf unterschiedliche Förderformen entfallen. Das linke Kuchendiagramm ‚SC2 und LEIT-BIOTEC‘ ist in die Förderformen RIA (‚Research and Innovation Actions‘), IA (‚Innovation Action‘) und CSA (‚Coordination and Support Action‘) aufgeteilt. Das rechte Kuchendiagramm mit dem Untertitel ‚BBI JU‘ ist in die Förderformen RIA (‚Research and Innovation Actions‘), IA-DEMO (‚Innovation Action Demonstration‘), IA-FLAG (‚Innovation Action Flagship‘) und CSA (‚Coordination and Support Action‘) aufgeteilt. Die Programmteile ‚SC2 und LEIT-BIOTEC‘ hatten von 2014–2018 ein Budget von 1.736 Millionen Euro, von dem 70 % in RIAs flossen, gefolgt von IAs (19 % des Fördervolumens) und CSAs (10 % des Fördervolumens). Die Maßnahme BBI JU hatte von 2014–2018 ein Budget von 602 Millionen Euro, welches sich relativ gleichmäßig auf RIAs (29 % des Fördervolumens), IA-DEMOs (37 % des Fördervolumens) und IA-FLAGs (32 % des Fördervolumens) verteilte, gefolgt von CSAs (2 % des Fördervolumens).

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9. Budgetentwicklung

Seit dem Jahr 2007 ist das Budget für den Bereich ‚Bioökonomie‘ mehr oder minder kontinuierlich gestiegen: Das indikative Budget für das Jahr 2020 stellt eine Vervierfachung des Budgets von 2007 dar. Während das Budget für den Bereich ,Bioökonomie‘ im siebten Forschungsrahmenprogramm (FP7) ausschließlich aus dem Programmteil ‚Lebensmittel, Landwirtschaft, Fischerei, und Biotechnologie‘ kam, teilt es sich in Horizont 2020 in drei Programmteile auf: ‚Gesellschaftliche Herausforderung 2‘ (SC2), ,Bio-based Industries Joint Undertaking‘ (BBI JU) und ‚Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien – Biotechnologie‘ (LEIT-BIOTEC).

Bei der Auswertung werden lediglich ,Research and Innovation Actions‘ (RIA), ,Innovation Actions‘ (IA) und ,Coordination and Support Actions‘ (CSA) betrachtet. Sonstige Instrumente wie ERA-Net-Cofunds und European Joint Programme Cofunds werden nicht berücksichtigt.

Das Balkendiagramm mit dem Titel Budgetentwicklung im Bereich ,Bioökonomie‘ zeigt auf, wieviel EU-Fördermitteln im Bereich ,Bioökonomie‘ in den Jahren 2007 bis 2020 geflossen sind. Hier ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen: Im Jahr 2007 wurden 178 Millionen Euro verausgabt, für das Jahr 2020 sind 807 Millionen Euro veranschlagt. Dieser Aufwärtstrend erscheint größtenteils kontinuierlich.

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10. Einreichungen gültiger Anträge

Über die letzten Jahre ist die Anzahl eingereichter Anträge gestiegen. Die bisherige Spitze wurde 2017 mit 875 eingereichten Anträgen erreicht. Zehn Jahre davor waren es lediglich 433. Dieser Anstieg unterliegt allerdings deutlichen Schwankungen zwischen den Jahren. Die Schwankungen werden wahrscheinlich durch mehrere Faktoren verursacht, insbesondere durch das verfügbare Budget und die Anzahl und Themen der Topics im jeweiligen Jahr. Ebenfalls einen Einfluss scheinen der Zeitpunkt der Veröffentlichung eines mehrjährigen Arbeitsprogramms und die Zeitspanne bis zur nächsten Einreichfrist nach der Veröffentlichung zu haben. In den Jahren 2016 und 2018 erfolgte die Einreichfrist nur wenige Monate nach Veröffentlichung des Arbeitsprogramms für die ,Gesellschaftliche Herausforderung 2‘, sodass ggf. einige potentielle Interessenten aufgrund der engen Fristen in diesen Jahren nicht angetreten sind.

Das Liniendiagramm mit dem Titel Einreichungen gültiger Anträge im Bereich ,Bioökonomie‘ zeigt die Entwicklung der Anzahl eingereichter gültiger Anträge auf Ausschreibungen im Bereich ,Bioökonomie‘ im Rahmen der europäischen Rahmenprogramme für Forschung und Innovation FP7 und Horizont 2020 auf. Dargestellt wird die Anzahl der eingereichten gültigen Anträge pro Jahr für den Zeitraum 2007 bis 2018. Die Anzahl der Einreichungen schwankt von Jahr zu Jahr, dennoch ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu erkennen. Im Jahr 2007 wurden 433 gültige Anträge eingereicht im Vergleich zu 544 im Jahr 2018. Die Höchstzahl an Einreichungen fand 2017 mit 875 statt und das Minimum 2010 mit 324. Der Erhalt an EU-Fördermitteln setzt sich aus Teilnahmen in den Bereichen ,Lebensmittel, Landwirtschaft, Fischerei und Biotechnologie‘ in FP7 über die Jahre 2007 bis 2013 und in den Bereichen ‚Gesellschaftliche Herausforderung 2‘ (SC2), ‚Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien – Biotechnologie‘ (LEIT-BIOTEC) und dem ‚Bio-Based Industries Joint Undertaking‘ (BBI JU) in Horizont 2020 über die Jahre 2014 bis 2018 zusammen.

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11. Konsortialgrößen in Projekten

In der Gegenüberstellung von Konsortialgröße und Projektbudget in der ‚Gesellschaftlichen Herausforderung 2‘ (SC2) zeigt sich bei Projekten mit höheren Budgets eine Tendenz zu größeren Konsortien. Aus der Abbildung wird jedoch auch klar, dass die Streuung bei dieser Gegenüberstellung groß ist. So gibt es zum Beispiel eine hohe Anzahl an Projekten, in denen große Konsortien mit einem vergleichsweise kleinen Budget ausgestattet sind. Umgekehrt gibt es auch hoch budgetierte Projekte mit kleineren Konsortien.

In der SC2 besteht die Mehrheit der Projekte aus zehn bis dreißig Partnern. Damit sind Konsortien in der Regel  größer als in den meisten anderen Programmteilen von Horizont 2020. Dies ist vermutlich durch die hohen inter- und transdisziplinären Anforderungen der einzelnen Topics bedingt. So gibt es in der SC2 zahlreiche ‚Multi-Actor Projekte‘ in denen die Anzahl an Partnern etwas höher liegt (durchschnittlich 23 Partner) als bei Standardprojekten in der SC2 (durchschnittlich 20 Partner). Jedoch sind ,Multi-Actor-Projekte‘ nicht immer größer als Standardprojekte.

Zur besseren Darstellung der Unterschiede zwischen Projekten mit und ohne Multi-Actor-Ansatz in der SC2 werden hier keine Projekte aus ‚Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien – Biotechnologie‘ (LEIT-BIOTEC) und dem ‚Bio-Based Industries Joint Undertaking‘ (BBI JU) dargestellt.

Das Wolkendiagramm mit dem Titel Konsortialgrößen in Projekten in der ‚Gesellschaftlichen Herausforderung 2‘ stellt dar, wie Konsortialgröße und Projektbudget in der ‚Gesellschaftlichen Herausforderung 2‘ (SC2) zusammenhängen. Dargestellt wird jedes einzelne Projekt der SC2, geteilt in Standardprojekte und ,Multi-Actor-Projekte‘. Die Standardprojekte werden mit einem blauen Punkt dargestellt und die ,Multi-Actor-Projekte‘ mit einer purpurnen Raute. Das Diagramm zeigt, dass die Mehrheit der Projekte in der SC2 aus zehn bis dreißig Partnern besteht. Ausgewertet wurde die SC2  im Zeitraum von 2014 bis 2018.

Ein Multi-Actor-Projekt mit 110 Teilnehmer wurde aus Übersichtlichkeitsgründen herausgenommen

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