Mythos des Monats: „In einem Horizont-2020-Verbundprojekt darf der vorgeschlagene EU-Beitrag nicht über- oder unterschritten werden.“

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen monatlich einen Mythos vor und zeigen durch statistische Auswertungen, ob dieser Mythos tatsächlich stimmt.

Der Mythos dieses Monats lautet: „In einem Horizont-2020-Verbundprojekt darf der vorgeschlagene EU-Beitrag nicht über- oder unterschritten werden“.

In den einzelnen Ausschreibungen von Horizont 2020 schlägt die EU-Kommission die ungefähre Höhe des EU-Beitrags vor, der pro Projekt beantragt werden sollte. Hierzu wird in der Regel eine Spanne mit einem minimalen und einem maximalen Wert (z.B. 4-6 Millionen Euro) angegeben. Viele Antragstellende fragen sich, ob die Beantragung eines höheren oder niedrigeren EU-Beitrags zur Ablehnung ihres Antrags führt.

Im Programmbereich „Gesundheit“ (Gesellschaftliche Herausforderung 1) überschreiten ca. 20 Prozent der erfolgreichen Anträge den maximal vorgeschlagenen EU-Beitrag. Es gibt einen Antrag, der sogar 133 Prozent des maximal vorgeschlagenen EU-Beitrags forderte und erfolgreich war. Im Normalfall beträgt die Überschreitung allerdings nur wenige Prozent. Nur ca. 3 Prozent der Anträge unterschreiten den minimal vorgeschlagenen EU-Beitrag. Die größte Unterschreitung liegt bei einen Antrag vor, der nur 53 Prozent des vorgeschlagenen EU-Beitrags forderte und erhielt.

Im Programmbereich „Bioökonomie“ (Gesellschaftliche Herausforderung 2) über- bzw. unterschreiten ca. 11 Prozent den maximal bzw. minimal vorgeschlagenen EU-Beitrag. Die maximale Überschreitung liegt bei 138 Prozent, die maximale Unterschreitung bei 71 Prozent des vorgeschlagenen EU-Beitrags. Im Normalfall weichen die geforderten EU-Beiträge allerdings nur um wenige Prozent von der Vorgabe ab.

Ausgewertet wurden „Research and Innovation Actions“ sowie „Innovation Actions, die in den Jahren 2014 bis 2016 zur Förderung gekommen sind.